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11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
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einer Sache für das Individuum aus dem Auge verliertund ins Auge fasst, wie vielen Individuen sie schongenützt hat (oder zu haben scheint). Man traut ihr jetztmehr Kräfte zu.

4 -

Selbst aus der Geschichte der Moral soll das Gefühlder Macht ström'en: unwillkürlich wird sie gefälscht, derMensch wird herrlich gedacht, als höheres Wesen mitEigenschaften, welche die Thiere nicht haben. Fast alleSchriften sind der Schmeichelei gegen den Menschenverdächtig - .

5 -

In der Moral ist selbst die Periode der Hypothesennoch nicht dagewesen: sie ist jetzt gut zu heissen; derUmfang der Möglichkeiten, aus denen die Moralität ihreEntstehung haben könnte, ist jetzt durch Phantasiezu erschöpfen. Ich mache den Anfang; sehr skeptisch.

6 .

(Vgl. Jenseits von Gut und Böse. Aph. 186.)

Die Moralisten nahmen die vom Volke verehrteMoral als heilig und wahr und suchten sie nur zu syste-matisiren, das heisst: sie hiengen ihr das Kleid derWissenschaft um. Den Ursprung zu untersuchen hat keinMoralist gewagt: der rührte an Gott und dessen Boten!Man nahm an, dass die Moral im Munde des Volks ent-stellt lebe, dass es ihrerReinigung bedürfe.

7 -

Man soll doch die Behauptung, dass Moral Aber-glaube ist, nicht dadurch zu widerlegen glauben, dassman sagt: Moral sei unsäglich nützlich und namentlichgewesen: also ein sehr nützlicher, vielleicht unentbehr-licher Aberglaube.