i. Aus der Vorgeschichte der Sitte undSittlichkeit.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. i—40, u. Genealogie der Moral, zweite Abhdlg.)
1.
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 104.)
Zuerst lernt man nicht Einsichten in die Dinge undMenschen, sondern Werthurtheile über die Dinge undMenschen; diese verhindern den Zugang zur wirklichenErkenntniss. Man müsste durch eine radicale Skepsis derWerthe erst einmal alle Werthurtheile umwerfen, um freieBahn zu haben.
2 .
(Vgl. Morgenröthe, Aph. 44.)
Je mehr wir begreifen, wie unsere Werthschätzungenentstanden sind, um so mehr verringert sich ihr Werth,und das Bedürfniss nach neuen Abschätzungen stellt sichheraus. Das Studium der ersten und letzten Fragen zumBeispiel verliert jene centnerschwere Bedeutung, wennwir sehen, durch welche Irrthümer wir unser gegen-wärtiges Befinden und ewiges Heil daran gehängthaben.
3 -
Der Werth einer Sache wird gesteigert, wenn dieVerehrung sich anhäuft, das heisst: wenn man den Nutzen