Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
108
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3. AVagners Deutschthum.

59 -

Das Undeutsche an AVagner. Es fehlt die deutscheAnmuth und Grazie eines Beethoven, Mozart, AA^eber,das flüssige, heitere Feuer (Allegro con brio) Beethovens,Webers. Der ausgelassene Humor ohne A^erzerrung.Mangel an Bescheidenheit, die lärmende Glocke, Hangzum Luxus. Kein guter Beamter wie Bach. GegenNebenbuhler nicht Goethisch ruhig.

60.

AVer wollte Wagner auf den Gipfel seiner Eitelkeitfolgen, den er immer dort erreicht, wenn er vom deut-schen Wesen redet; übrigens der Gipfel seiner Unklug-keit: denn wenn Friedrichs des Grossen Gerechtigkeit,Goethes Vornehmheit und Neidlosigkeit, Beethovensedle Resignation, Bachs duftig verklärtes Innenleben,wenn Schaffen ohne Rücksicht auf Glanz und Erfolg,ohne Neid die eigentlich deutschen Eigenschaften sind,sollte Wagner nicht fast beweisen wollen, dass er keinDeutscher sei?

61.

Anmuth und Innigkeit gesellt sind auch deutsch.

62.

Furchtbare Wildheit, das Zerknirschte, A^ernichtete,der Freudenschauer, die Plötzlichkeit, kurz die Eigen-schaften, welche den Semiten innewohnen! Ich glaube,semitische Rassen kommen der Wagnerischen Kunstverständnisvoller entgegen als die arischen.