Druckschrift 
11 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 3 (1897) Schriften und Entwürfe 1876 - 1880 : Die Pflugschar; Die Sorentiner Papiere; Der neue Umblick; Nachträge zu den "Vermischten Meinungen und Sprüchen"; Nachträge zu "Der Wanderer und sein Schatten"; Vorarbeiten und Nachträge zur "Morgenröthe"
Entstehung
Seite
109
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io9

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Stelle Taines über die Semiten. Übrigens habe ichden Leser irregeführt: die Stelle gilt gar nicht Wagner. Sollte Wagner ein Semite sein? Jetzt verstehn wirseine Abneigung gegen die Juden.

4. Psychologie der Kunst Wagners.

64.

Schopenhauer ist Optimist, wenn er sagt:Es giebtzwei Geschichten: die politische und die der Litte-ratur und Kunst. Jene ist die des Willens, diese diedes Intellects. Daher ist jene durchweg beängstigend,ja schrecklich . . . Die andere hingegen ist überall er-freulich und heiter. (Parerga II Capitel 24, ÜberLesen und Bücher, Anhang verwandter Stellen.) Oho! Ho!

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Die Liebe für Wagners Kunst in Bausch und Bogenist genau so ungerecht als die Abneigung in Bauschund Bogen.

66 .

Zeit: elementarisch, nicht durch Schönheit verklärteSinnlichkeit (wie die der Renaissance und der Griechen),Wüstheit und Kaltsinn sind die Voraussetzungen, gegenwelche Wagner und Schopenhauer kämpfen, auf welchesie wirken: der Boden ihrer Kunst. Brand derBegierde, Kälte des LIerzens. Wagner will Brand desHerzens, neben dem Brand der Begierde, Schopenhauerwill Kühle der Begierde, neben der Kühle des Herzens(der Schopenhauer des Lebens, nicht der der Philo-sophie).