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lieh erst hinterdrein für die Buchausgabe verfasste „Vorrede“,die in drei Niederschriften vorliegt, ist gedruckt in der im De-cember 1872 für die „Fünf Vorreden“ formulirten Fassung.
Nachdem Nietzsche den Gedanken an Veröffentlichung dieserSchrift aufgegeben hatte, hat er einige Stellen daraus ander-weitig verwerthet: die Betrachtungen über den Missbrauch derBildung durch die Selbstsucht der Erwerbenden und des Staates(S. 242—244) ist etwas umgearbeitet in den 6. Abschnitt von„Schopenhauer als Erzieher“ übergegangen (Band I 446 ff.) unddie Seite über Lessing, Winckelmann und Schiller (S. 307 f.) stehtim 4. Abschnitt von „David Strauss“ (Band I 207 f.)
Zuerst veröffentlicht sind diese Vorträge im „Magazin fürLitteratur“, 1893, Nr. 52; 1894, Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6,9, 13, 14, 19.
Bayreuther Horizontbetrachtungen.
Im Frühjahr 1872 trug sich Nietzsche mit dem Gedanken,im nächsten Winter seine akademische Thätigkeit zu unterbrechenund in den Wagner-Vereinen der grösseren Städte Vorträgeüber die Nibelungen-Festspiele zu halten. Aus den Eindrückendes Festes zur Grundsteinlegung des Bayreuther Wagner-Theatersam 22. Mai 1872 erwuchs ihm, der „gerüsteter und muthigerals je in die Zukunft blickte“, unmittelbar nach seiner Heim-kehr nach Basel der Plan dieser „Reden eines Hoffenden“, under schrieb die ersten Entwürfe vennuthlich schon im Juninieder. Die Vorträge wurden aus praktischen Erwägungen auf-gegeben, und auch die litterarische Ausführung dieser Ideenunterblieb, weil sie zur unmittelbaren Förderung des bayreutherUnternehmens ungeeignet schienen. „Alles was ich projec-tire ist so verletzend, aufreizend und der Förderung zunächstentgegenwirkend“, schreibt er. In ihrem polemischen Theil wärendie „Horizontbetrachtungen“ ein umfassender Angriff gegen allesgeworden, was damals „deutsche Cultur“ hiess. Sie sind eineVorform der „Unzeitgemässen Betrachtungen“, dieser Ent-