rüstungschriften, in denen Nietzsche von dem „vulcanisch ge-wordnen Basel“ aus „Lava spie“. Den Plänen der „Horizont-betrachtungen“ verwandt ist der gleichfalls dem Jahr 1872angehörige Gedanke eines Aufsatzes: „Goethe und Wagner überdas Theater“.
Es liegen nur die ersten ungeordneten Gedankenentwürfeder sechs Vorträge vor: die Vertheilung und Anordnung desEinzelnen musste vom Herausgeber besorgt werden. Auch wares, um Wiederholungen zu vermeiden, nöthig, Gedanken, diean verschiedenen Stellen wiederkehrten, unter Zusammenfügungdes Wesentlichen in einer Fassung zu vereinigen.
Das Verhältniss
der Schopenhauerischen Philosophie zu einerdeutschen Cultur.
Dieser kleine Aufsatz, die letzte der schon öfter erwähnten„fünf Vorreden“, ist im Gedankengang den„Horizontbetrachtungen“sehr eng verwandt. Er ist hier abgedruckt, weil er im Keimdie drei ersten „Unzeitgemässen Betrachtungen“ enthält: denAngriff gegen die Bildungsphilister („David Strauss“), die Be-trachtungen über die historische Krankheit („Vom Nutzen undNachtheil der Historie“), endlich den begeisterten Hinweis aufSchopenhauer, den Vordeuter einer wahren deutschen Cultur.
Die Fassung in den „Fünf Vorreden“, die diesem Abdruckzu Grunde liegt, ist die vierte Niederschrift. Ausser ihr sindvorhanden: eine nicht ganz vollständige Aufzeichnung dieserGedanken aus dem Sommer oder Herbst 1872; die ersteganz zusammenhängende Fassung des Textes; endlich eine mehr-fach geänderte Reinschrift: nach ihr hat Nietzsche Weihnachten1872, mit weiteren stilistischen Änderungen, die letzte Nieder-schrift angefertigt.
Naumburg, im October 1895.
Fritz Koegel.