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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
Entstehung
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nachdrücklich verwerfen zu lassen. Und so formulirt er in derlärmenden Schlussscene des zweiten Entwurfs zum ersten Malden feindseligen Gegensatz zwischen seinen unzeitgemässen Hoff-nungen und aller zeitgemässen Bildung, eine Feindschaft, die sichin den folgenden Schriften bis zu den Unzeitgemässen Betrach-tungen stetig verschärft. Auch mag ihn der leidenschaftlicheProtest Schopenhauers gegen Wagners Kunst abgehalten haben,in den idealen Masken des Philosophen und des Künstlersjene beiden freundbrüderlich nebeneinander zu stellen.

Zur Reconstruction der sehr flüchtig skizzirten Entwürfesind die Erinnerungen von Nietzsches Schwester Elisabeth, diedie Entstehung der Vorträge in Basel mit erlebt hat, behülflichgewesen. DieGedanken zur Zukunftsrede des Philosophenin der ersten Disposition (S. 340) des sechsten Vortrags, derdie positiven Reformgedanken bringen sollte, stammen nicht ausdiesen Entwürfen, sondern sind aus den schon im Herbst 1871niedergeschriebenen Gedanken zusammengestellt. Höchst wahr-scheinlich würde bei der Ausführung des zweiten Plans derRaum eines Abends für den noch zu bewältigenden Stoff nichtausgereicht haben. Nietzsche sah das voraus und beabsichtigte,wie eine Aufzeichnung beweist, im sechsten Vortragden ent-arteten Bildungsmenschen und seine Hoffnungen und erst ineinem siebenten diezukünftige Schule zu behandeln.

Dieferneren Gedanken und Entwürfe zu den Vorträgen(S. 344 ff.) stammen nicht aus den Vorarbeiten, sondern ausden Niederschriften während der Ausarbeitung. Höchst wahr-scheinlich waren sie bestimmt, in die Schlussreden verarbeitet zuwerden. Da aber nicht klar erkennbar ist, wo und in welcherOrdnung sie einzufügen sind, musste der Herausgeber sich eigneEinfälle untersagen und sie als Anhang für sich bringen. Ausden Einleitungen des zweiten bis fünften Vortrags, die ausden Bedürfnissen der Vorlesungen hervorgegangen, bestimmtwaren, die Hauptgedanken der früheren Vorträge zurückzurufenund neu hinzugekommenen Hörern einige Winke zu geben, sindbeim Abdruck diejenigen Stellen weggelassen, an denen längereStellen früherer Vorträge wiederholt wurden. Die vermuth-