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Die Elektra: das heroische Weib, von Sophoklesgeschaffen.
Ajax: das grosse Individuum — was lässt sichder Grieche von diesem gefallen! Nach fünfzig Versenwürde ein Ajax jetzt unmöglich sein.
Die Fragmente des Sophokles enthalten sehr Gutes,zum Beispiel über die Liebe, was zusammenzuhalten istmit der Äusserung des Sophokles in der Politeia Plato’s.
6. Gedanken zum vierten Capitel:
Die Sage vom Wettkampf Homer’s und Hesiod’s.
Die Alten über Plomer. Die Homermythen und dieHesiodmythen. Der Plomercultus. Der Dichter als Lehrerdes Wahren. Symbolische Deutung, weil er durchausrecht behalten soll. Das Urtheil im Wettkampfe istnicht ästhetisch sondern universal. Der Dichter wirdbeurtheilt als höchster Mensch, sein Lied ist wahr, gut,schön. Gerecht ist das Urtheil nur, so lange der Dichterund sein Publicum alles gemein haben.
Allem Schaffen haftet etwas Dunkles, Elementaresan. Das Selbstbewusstsein hat eine Binde vor den Augen.Homer ist blind. Dies gilt von den reflectirtesten Zeit-altern. Von der bewussten Ästhetik des homerischenZeitalters kann man sich kaum einen hinreichend naivenBegriff machen. Hier war alles Trieb. Die Zuhörerwaren noch unreflectirter: wie Kinder Märchen hören,schätzten sie die Sänger ab, nach dem besten Stoffe.Aber der Sänger trat ihnen überhaupt zurück: der Stoffist das Begehrte. Eigenthum und Fremdthum sind beidem Dichter solcher Zeiten noch nicht ausgebildet.
Die bewusstere aber schlechtere Kunst des Compo-nirens bei Hesiod (Erga) nachzuweisen. Die Homer-