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nur der eine Wille: er ist der vollkommne Widerspruchals der Urgrund des Daseins.
Die Individuation ist also Resultat des Leidens,nicht Ursache. Das Kunstwerk und der Einzelneist eine Wiederholung des Urprocesses, aus demdie Welt entstanden ist, gleichsam ein Wellenring inder Welle.
2.
Was ist das Schöne? Eine Lustempfindung, dieuns die eigentlichen Absichten, die der Wille in einer Er-scheinung hat, verbirgt. Wodurch wird nun die Lust-empfindung erregt? Objectiv: das Schöne ist ein Lächelnder Natur, ein Überschuss von Kraft und Lustgefühldes Daseins: man denke an die Pflanze. Es ist derJungfrauenleib der Sphinx. Der Zweck des Schönen istdas zum Dasein Verführen. Was ist nun eigentlichjenes Lächeln, jenes Verführerische? Negativ: das Ver-bergen der Noth, das Wegstreichen aller Falten und derheitre Seelenblick des Dinges. „Sieht Helena in jedemWeibe“: die Gier zum Dasein verbirgt das Unschöne.Negation der Noth, entweder wahrhafte oder schein-bare Negation der Noth ist das Schöne. Der Laut derMuttersprache im fremden Land ist schön. Das schlech-teste Tonstück kann noch als schön empfunden werdenim Vergleich zu widerlichem Geheul, während es andernTonstücken gegenüber als hässlich empfunden wird. Sosteht es auch mit der Schönheit der Pflanze u. s. w.Es muss sich entgegenkommen das Bedürfniss derNegation der Noth und der Anschein einer solchenNegation. Worin besteht nun dieser Anschein? DasUngestüme, die Gier, das Sich-drängen, das verzerrteSich-ausrecken darünicht bemerkbar sein. Die eigentliche