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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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Spruch das Wesen des Ureinen ist, kann es auch zugleichhöchster Schmerz und höchste Lust sein: das Versenkenin die Erscheinung ist höchste Lust, wenn der Willeganz Aussenseite wird. Dies erreicht er im Genius. Injedem Moment ist der Wille zugleich höchste Verzückungund höchster Schmerz: zu denken an die Idealität vonTräumen im Hirn des Ertrinkenden: eine unendlicheZeit und in eine Secunde zusammengedrängt. Die Er-scheinung als werdende. Das Ureine schaut denGenius an, der die Erscheinung rein als Erscheinungsieht: dies ist die Verzückungsspitze der Welt. Insofernaber der Genius selbst nur Erscheinung ist, muss erwerden: insofern er anschauen soll, muss die Vielheitder Erscheinung vorhanden sein. Insofern er eine adä-quate Spiegelung des Ureinen ist, ist er das Bild desWiderspruchs und das Bild des Schmerzes. Jede Er-scheinung ist nun zugleich das Ureine selbst: allesLeiden, Empfinden ist Urieiden, nur durch die Er-scheinung gesehen, localisirt, im Netz der Zeit. UnserSchmerz ist ein vorgestellter: unsre Vorstellungbleibt immer bei der Vorstellung hängen. Unser Lebenist ein vorgestelltes Leben. Wir kommen keinen Schrittweiter. Freiheit des Willens, jede Activität ist nurVorstellung. Also ist auch das Schaffen des GeniesVorstellung. Diese Spiegelungen im Genius sindSpiegelungen der Erscheinung, nicht mehr des Ur-einen: als Abbilder des Abbildes sind es die reinstenRuhemomente des Seins. Das wahrhaft Nichtseiende:das Kunstwerk. Die anderen Spiegelungen sind nur dieAussenseite des Ureinen. Das Sein befriedigtsich im vollkommnen Schein.