Druckschrift 
9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

Künstlerisch ist dies vollkommne Sichdecken vonInnerem und Äusserem in jedem Moment. Im Künstlerwaltet die Urkraft durch die Bilder hindurch, sie ist es,die da schafft. Auf diese Momente ist es bei der Welt-schöpfung abgesehn: jetzt giebt es ein Bild des Bildesdes Bildes. Der Wille braucht den Künstler, in ihmwiederholt sich der Urprocess. Im Künstler kommt derWille zur Entzückung der Anschauung. Hier ist erst derUrschmerz völlig von der Lust des Anschauens überwogen.

Ich glaube an die Unverständigkeit des Willens.Die Projectionen sind lebensfähig nach unendlicher Müheund zahllosen misslungenen Experimenten. Der Künstlerwird nur hier und da erreicht.

2 .

Dass alle Erscheinung materiell ist, ist klar: deshalbhat die Naturwissenschaft ein völlig berechtigtes Ziel.Denn Materie sein, heisst Erscheinung sein. Zugleichaber ergiebt sich, dass die Naturwissenschaft nur hinterdem Scheine her ist: den sie höchst ernsthaft als Realitätbehandelt. In diesem Sinne ist das Reich der Vor-stellungen , Wahnbilder u. s. w. auch Natur und einesgleichen Studiums werth.

3 -

Der Stoss ist ein Problem, so lange man die beidenHölzer für real hält. Der influxus fihysicus existirt garnicht.

4. Wille und Genius.

1.

Die Visionen des Ureinen können ja nur adä-quate Spiegelungen des Seins sein. Insofern der Wider-