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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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vor allem ein moralisches Wesen ist, und dass dieKünstler bereit sein müssen, vor ein Forum sich ziehenzu lassen, das im Grunde nichts mit der Kunst zu thunhat. Dieses Publicum kann dabei ein recht unmoralischesWesen sein, gerade weil es gar nicht -im Stande ist,etwas Künstlerisches anders als mit ihren Willens-, Strebens-und Pflichtregungen zu erfassen. Ja man kann schona priori behaupten, dass die wirklich gefeierten Künstlerihre Verehrung von jenen Fundamenten aus sich er-werben und selbst gerade als moralische Wesen und ihreKunstwerke als moralische Weltspiegelungen genossenwerden.

Der deutlichste Ausdruck für diese Thatsache istdie Stellung der Gegenwart zu Richard Wagner. DieBegeisterung, die seine musikalischen Dramen finden,erklärt sich aus denselben moralischen Erregungen:und sie begeistern gerade aus den Gründen, aus denender dargestellte Shakespeare missfällt. Jene Aufführungenerregen nämlich das moralische Pathos unendlich stärkerals die bloss vorgestellten, aus Clavierauszügen imaginirtenDramen. So erweisen sie sich als die vollkommensteÜbereinstimmung des Publicums mit dem Kunstwerk inder Gegenwart: welchen Gründen nun nachzuspürenist. Die Gegner dieser Wirkungen, soweit sie nichtlügen, stehen eben ausserhalb jener Instincte, um derenErklärung es sich handelt.

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Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band I.