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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
Entstehung
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ist, nichts als eine Beispielsammlung für allgemeinephilosophische Sätze zu bedeuten hat, von deren Werthes abhängt, ob die Beispielsammlung dauernde oderhöchstens zeitweilige Geltung verdient. Sollte das letzteresich ergeben, so lag es gewiss an der modischen Flach-heit und gewähntenSelbstverständlichkeit der philo-sophischen Anschauungen, mit dem so einobjectiverHistoriker Menschen und Geschicke sich zu illustrirengenöthigt ist. Nur der ernste und selbstgenugsame, alleneiteln Begehrungen enthobene Denker sieht etwas in derGeschichte, was der Rede werth ist: nur für die begierde-losen Augen des Philosophen spiegelt die Geschichteewige Gesetze wieder, während der mitten im Stromedes egoistischen Willens stehende Mensch, wenn erGründe hat die Maske der Objectivität vorzunehmen, sichbescheiden muss, die Nomenclatur der Ereignisse undgleichsam ihre äusserste Rinde mit beleidigender Gründ-lichkeit zu benagen: wohingegen er sofort mit jedemerweiterten Urtheile, das er macht, seinen philosophischrohen, tieferer Weltbetrachtung unzugänglichen und des-halb gleichgültigen Allerweltsverstand blossstellt. Vondieser historischenMethode und ihrem Verfechter gänz-lich absehend, stellen wir uns mit unsern ästhetischenErkenntnissen mitten in die ästhetische Gegenwart, umuns diese an jenen zu erklären: wozu es alsbald nöthigist, einige Erscheinungen dieser Gegenwart herauszuhebenund als erklärenswerth zu erweisen.

Denken wir einmal an das Schicksal der bekanntestenshakespeareschen Dramen in unsern Theatern. Ich habeimmer bei den besser Gebildeten unter den Zuschauern,diesen Dramen gegenüber, eine eigne Perplexität wahr-genommen. Diese alle waren sich bewusst, aus ihremvertraulichen tiefen Umgänge mit dem Dichter ein inner-