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ist, nichts als eine Beispielsammlung für allgemeinephilosophische Sätze zu bedeuten hat, von deren Werthes abhängt, ob die Beispielsammlung dauernde oderhöchstens zeitweilige Geltung verdient. Sollte das letzteresich ergeben, so lag es gewiss an der modischen Flach-heit und gewähnten „Selbstverständlichkeit“ der philo-sophischen Anschauungen, mit dem so ein „objectiver“Historiker Menschen und Geschicke sich zu illustrirengenöthigt ist. Nur der ernste und selbstgenugsame, alleneiteln Begehrungen enthobene Denker sieht etwas in derGeschichte, was der Rede werth ist: nur für die begierde-losen Augen des Philosophen spiegelt die Geschichteewige Gesetze wieder, während der mitten im Stromedes egoistischen Willens stehende Mensch, wenn erGründe hat die Maske der Objectivität vorzunehmen, sichbescheiden muss, die Nomenclatur der Ereignisse undgleichsam ihre äusserste Rinde mit beleidigender Gründ-lichkeit zu benagen: wohingegen er sofort mit jedemerweiterten Urtheile, das er macht, seinen philosophischrohen, tieferer Weltbetrachtung unzugänglichen und des-halb gleichgültigen Allerweltsverstand blossstellt. Vondieser historischen „Methode“ und ihrem Verfechter gänz-lich absehend, stellen wir uns mit unsern ästhetischenErkenntnissen mitten in die ästhetische Gegenwart, umuns diese an jenen zu erklären: wozu es alsbald nöthigist, einige Erscheinungen dieser Gegenwart herauszuhebenund als erklärenswerth zu erweisen.
Denken wir einmal an das Schicksal der bekanntestenshakespeare’schen Dramen in unsern Theatern. Ich habeimmer bei den besser Gebildeten unter den Zuschauern,diesen Dramen gegenüber, eine eigne Perplexität wahr-genommen. Diese alle waren sich bewusst, aus ihremvertraulichen tiefen Umgänge mit dem Dichter ein inner-