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seelenvollsten Ton hat Das Orchester reicht nicht aus.Wir brauchen also den Chor: den Chor, der eineVision hat und begeistert beschreibt, was erschaut! Die schiller’sche Vorstellung unendlich vertieft.
18.
Anfang einer zusammenhängenden Darstellung der über Wagner handelndenPartieen der „Geburt der Tragödie“.
Wem nun die ganze, bisher in dieser Abhandlungdargelegte Kunstlehre in Fleisch und Blut übergegangenist: wozu vor allem gehört, dass ihre Grundlage, dieThatsache des Dionysischen und Apollinischen, bereitsin ihm, in der Form unbewusster Anschauungen, vor-handen war — wer über die ewige Gültigkeit jenerbeiden Kunsttriebe und ihre nothwendigen Verhältnissemit uns instinctiv, das heisst durch die weiseste LehrerinNatur belehrt und überzeugt worden ist, der darf sichjetzt freien Blicks den analogen Erscheinungen der Ge-genwart gegenüberstellen, als ein Beschaulicher, der nichtsfür sich, aber für die ganze Welt die Wahrheit will. Erhat seinen Blick bereits an einer Reihe historischer Ver-gangenheiten erprobt und gekräftigt und muss nun ver-langen, auch angesichts der Wirklichkeit zu Wortekommen zu dürfen. Die Geschichte nämlich belehrt niedirect, sie beweist nur durch Beispiele, und auch die umuns vorhandene Wirklichkeit kann uns zu keiner tieferenErkenntniss verhelfen, sondern letztere nur bestätigenund exemplificiren. Gerade unserer Zeit, mit ihrer sich„objectiv“, ja voraussetzungslos gebärdenden Geschichts-schreibung, möchte ich zurufen, dass diese „Objectivität“nur erträumt ist, dass vielmehr auch jene Geschichts-schreibung, soweit sie nicht trockene Urkundensammlung