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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
Entstehung
Seite
156
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Position zu geben, ist er auf die Sprachmelodie und aufden Urvers zurückgegangen. Hier hat er die Opern-tendenz mit titanischer Kraft zu verrücken gesucht, jafast die Musik umgeworfen: von diesem entsetzlichenPunkte aus. Das Drama, das das Wort braucht: dasOrchester als Nachahmung der menschlichen Stimme.Ich denke, wir müssen den Sänger überhaupt streichen.Denn der dramatische Sänger ist ein Unding. Oder wirmüssen ihn ins Orchester nehmen. Aber er darf die *Musik nicht mehr alteriren, sondern muss als Chorwirken, dass heisst als voller Menschenstimmenklang mitdem Orchester zusammen. Die Restitution des Chors:daneben die Bildwelt, der Mimus. Die Alten haben dasrechte Verhältniss: nur durch eine übermässige Bevor-zugung des Apollinischen ist die Tragödie zu Grundegegangen: wir müssen auf die voräschyleische Stufezurückgehen.

Aber die mangelhafte Befähigung zum Mimus!Der Mimus ist fast nur erträglich bis jetzt dadurch,dass der Sänger Mimus ist, das heisst dadurch, dasswir auf ihn hören und ihn verstehen wollen. Die Un-natürlichkeit, dass der Sänger im Orchester singtund der Mimus auf der Bühne vor sich geht, ist derKunst durchaus nicht zuwider. Der widerwärtigeAnblick des Sängers! Aber auch so entgehen wir nichtder dramatischen Musik! Der Sänger muss weg!Das beste Mittel ist doch der Chor!

Wagners Consequenzen und die Beseitigung des Chors!

Eine solche Auffassung wie die meine ist fast ausWagners Tristan zu entnehmen.

Wir müssen erst wieder den Mimus haben, um zumDrama zu kommen.

Der Sänger ist nicht zu entbehren, weil er den