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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
Entstehung
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Musik, anderseits die übertriebene monologische Ent-wicklung des Gefühls nöthigte das Hervortreten derDialektik heraus: das musikalische Pathos im Dialog fehlt.

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Der Sokratismus ist älter als Sokrates; sein dieKunst auflösender Einfluss macht sich schon viel früherbemerklich. Das ihm eigenthümliche Element der Dia-lektik hat sich bereits lange Zeit vor Sokrates in dasMusik-Drama eingeschlichen und verheerend in demschönen Körper gewirkt. Das Verderben nahm seinenAusgangspunkt vom Dialog. Der Dialog ist bekanntlichnicht ursprünglich in der Tragödie: erst seitdem es zweiSchauspieler gab, also verhältnissmässig spät, entwickeltesich der Dialog. Schon vorher gab es ein Analogon inder Wechselrede zwischen dem Helden und dem Chor-führer: aber hier war doch der dialektische Streit beider Unterordnung des einen unter den anderen unmög-lich. Sobald aber zwei gleichberechtigte Hauptspielersich gegenüber standen, so erhob sich, einem tief helle-nischen Triebe gemäss, der Wettkampf und zwar derWettkampf mit Wort und Grund: während der verliebteDialog der griechischen Tragödie immer fern blieb. Mitjenem Wettkampf wurde an ein Element in der Brustdes Zuhörers appellirt, das bis dahin als kunstfeindlichund musenverhasst aus den festlichen Räumen derdramatischen Künste verbannt war: dieböse Eris. Diegute Eris waltete ja von Alters her bei allen musi-schen Handlungen und führte in der Tragödie dreiwettkämpfende Dichter vor das zum Richten versammelteVolk. Als aber das Abbild des Wortzwistes aus derGerichtshalle sich auch in die Tragödie eingedrängt hatte,