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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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2. Sokrates und die griechische Tragödie.

1.

Sokrates ist der idealeNaseweise: ein Ausdruck,der mit dem nöthigen Zartsinn aufgefasst werden muss.

2.

Sokrates ist in der Ethik dasselbe, was Demokrit inder Physik ist: eine begeisterte Engherzigkeit, eine

enthusiastische Oberflächlichkeit, der Fanatiker der Er-kenntniss. Doch spricht die Urtheile vonengherzigundoberflächlich erst die deutsche Nachwelt, die in-stinctiv reicher und stärker ist als die hellenische.

3 -

Die Typen der grossen tragischen Gestalten sind diegrossen zeitgenössischen Männer: die äschyleischen Hel-den haben mit Heraklit Verwandtschaft.

4 -

Die dumme Lehre von der poetischen Gerechtigkeitgehört ins bürgerliche Familienschauspiel, in die Wieder-spiegelung des Philisterdaseins: sie ist der Tod der Tra-gödie.

5 -

Das antike Musikdrama geht an den Mängeln desPrincips zu Grunde. Mangel des Orchesters: es gabkein Mittel die Situation der singenden Welt festzuhalten.Der Chor herrscht musikalisch vor. Der Mangel der