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2. Sokrates und die griechische Tragödie.
1.
Sokrates ist der ideale „Naseweise“: ein Ausdruck,der mit dem nöthigen Zartsinn aufgefasst werden muss.
2.
Sokrates ist in der Ethik dasselbe, was Demokrit inder Physik ist: eine begeisterte Engherzigkeit, eine
enthusiastische Oberflächlichkeit, der Fanatiker der Er-kenntniss. Doch spricht die Urtheile von „engherzig“und „oberflächlich“ erst die deutsche Nachwelt, die in-stinctiv reicher und stärker ist als die hellenische.
3 -
Die Typen der grossen tragischen Gestalten sind diegrossen zeitgenössischen Männer: die äschyleischen Hel-den haben mit Heraklit Verwandtschaft.
4 -
Die dumme Lehre von der poetischen Gerechtigkeitgehört in’s bürgerliche Familienschauspiel, in die Wieder-spiegelung des Philisterdaseins: sie ist der Tod der Tra-gödie.
5 -
Das antike Musikdrama geht an den Mängeln desPrincips zu Grunde. Mangel des Orchesters: es gabkein Mittel die Situation der singenden Welt festzuhalten.Der Chor herrscht musikalisch vor. Der Mangel der