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da entstand zum ersten Male ein Dualismus in demWesen und der Wirkung des Musik-Dramas. Von jetztab gab es Theile der Tragödie, in denen das Mitleid zu-rücktrat, gegenüber der hellen Freude am klirrendenWaffenspiel der Dialektik. Der Held des Dramas durftenicht unterliegen, er musste also jetzt auch zum Wort-helden gemacht werden. Der Process, der in der so-genannten Stichomythie seinen Anfang genommen hatte,setzte sich fort und drang auch in die längeren Redender Hauptspieler. Allmählich sprechen alle Personenmit einem solchen Aufwand von Scharfsinn, Klarheitund Durchsichtigkeit, so dass für uns wirklich beimLesen einer sophokleischen Tragödie ein verwirrenderGesammteindruck entsteht. Es ist uns, als ob alle dieseFiguren nicht am Tragischen, sondern an einer Super-fötation des Logischen zu Grunde giengen. Man magnur einmal vergleichen, wie ganz anders die HeldenShakespeare’s dialektisiren: über allem ihrem Denken,Vermuthen und.Schliessen liegt eine gewisse musikalischeSchönheit und Verinnerlichung ausgegossen, währendin der späteren griechischen Tragödie ein sehr bedenk-licher Dualismus des Stils herrscht, hier die Macht derMusik, dort die der Dialektik. Letztere dringt immerübermächtiger vor, bis sie auch in dem Bau des ganzenDramas das entscheidende Wort spricht. Der Processendet mit dem Intriguenstück: damit erst ist jener Dua-lismus vollständig überwunden, in Folge totaler Ver-nichtung des einen Wettkämpfers, der Musik.
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Lange vor Euripides haben diese sokratischen An-schauungen schon an der Auflösung der Tragödie ge-