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die Philologie immer am meisten zu bedauern hat. Ebennämlich aus den Kreisen, auf deren Beistand wir amsichersten rechnen müssen, der künstlerischen Freundedes Alterthums, der warmen Verehrer hellenischer Schön-heit und edler Einfalt pflegen mitunter verstimmte Tönelaut zu werden, als ob gerade die Philologen selbst dieeigentlichen Gegner und Verwüster des Alterthums undder alterthümlichen Ideale seien. Den Philologen warfes Schiller vor, dass sie den Kranz des Homer zerrissenhätten. Goethe war es, der, früher selbst ein Anhängerder Wölfischen Homeransichten, seinen „Abfall“ in diesenVersen kundgab: „Scharfsinnig habt Ihr, wie Ihr seid,von aller Verehrung uns befreit, und wir bekannten über-frei, dass Ilias nur ein Flickwerk sei. Mög’ unser Abfallniemand kränken; denn Jugend weiss uns zu entzünden,dass wir Ihn lieber als Ganzes denken, als Ganzes freudigIhn empfinden“. Für diesen Mangel an Pietät und Ver-ehrungslust, meint man wohl, müsse der Grund tieferliegen: und Viele schwanken, ob es den Philologen über-haupt an künstlerischen Fähigkeiten und Empfindungenfehle, so dass sie unfähig seien dem Ideal gerecht zuwerden, oder ob in ihnen der Geist der Negation, einedestructive bilderstürmerische Richtung mächtig gewordensei. Wenn aber selbst die Freunde des Alterthums mitderartigen Bedenklichkeiten und Zweifeln den Gesammt-charakter der jetzigen classischen Philologie als etwas durch-aus fragwürdiges bezeichnen, welchen Einfluss müssen danndie Ausbrüche der „Realisten“ und die Phrasen der Tages-helden bekommen? Letzteren zu antworten, und an dieserStelle, dürfte im Hinblick auf den hier versammelten Kreisvon Männern durchaus unzutreffend sein; wenn es mirnicht ergehn soll wie jenem Sophisten, der in Spartaden Herakles öffentlich zu loben und zu vertheidigen