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9 : Abth. 2, [Nachgelassene Werke] ; Bd. 1 (1896) Schriften und Entwürfe 1869 bis 1872 : Homer und die classische Philologie; Nachträge und Vorarbeiten zur Geburt der Tragödie; Empedokles; Homer als Wettkämpfer; Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten; Bayreuther Horizontbetrachtungen; Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
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Gegnern die Philologie als Ganzes scheel angesehn wird:giebt es dagegen zahlreiche und höchst mannichfaltigeAnfeindungen bestimmter Richtungen der Philologie,Kämpfe von Philologen gegen Philologen ausgekämpft,Zwistigkeiten rein häuslicher Natur, hervorgerufen durcheinen unnützen Rangstreit und gegenseitige Eifersüchte-leien, vor allem aber durch die schon betonte Verschie-denheit, ja Feindseligkeit der unter dem Namen Philologiezusammengefassten, doch nicht verschmolzenen Grund-triebe.

Die Wissenschaft hat das mit der Kunst gemein, dassihr das Alltäglichste völlig neu und anziehend, ja wiedurch die Macht einer Verzauberung als eben geborenund jetzt zum ersten Male erlebt erscheint. Das Lebenist werth gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönsteVerführerin; das Leben ist werth, erkannt zu werden,sagt die Wissenschaft. Bei dieser Gegenüberstellungergiebt sich der innere und sich oft so herzzerreissendkundgebende Widerspruch im Begriff und demnachin der durch diesen Begriff geleiteten Thätigkeit derclassischen Philologie. Stellen wir uns wissenschaftlichzum Alterthum, mögen wir nun mit dem Auge desHistorikers das Gewordene zu begreifen suchen, oder inder Art des Naturforschers die sprachlichen Formen deralterthümlichen Meisterwerke rubriciren, vergleichen,allenfalls auf einige morphologische Gesetze zurück-bringen: immer verlieren wir das wunderbar Bildende,ja den eigentlichen Duft der antiken Atmosphäre, wirvergessen jene sehnsüchtige Regung, die unser Sinnenund Geniessen mit der Macht des Instinctes, als holdesteWagenlenkerin, den Griechen zuführte. Von hier aussoll auf eine ganz bestimmte und zunächst sehr über-raschende Gegnerschaft aufmerksam gemacht werden, die