Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Neunter Band (1795)
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

2kl

Als dcr Herr Marschall von Crequy (ly) amandern Morgen erfuhr, daß unter denen, welche dieseVerschwörung gegen die Börse des Connetabke gemachthatten, zween seiner Verwandten wären; so kam erzu ihm, und bezeugte ihm, wie unangenehm ihm dießsty, und daß er ihnen verbieten wolle, wieder vorihn zu kommen, wenn sie ihm nicht den ganzen Ge-winn zurück gäben. Der Cvnnetable sagte aber nurlächelnd zu ihm: lassen Sies ihnen, sie brauchens.Ich werde schon wieder Genugthuung für den Streicherbalken, den sie mir gespielt haben; dieß soll überauseine ehrlichere Art geschehen. Dieß sagte er alles ohneirgend eine Bitterkeit; und als jene auf denAbend wieder kamen, um zu spielen, so gewann ecnicht nur das seinige wieder, sondern sic ließen auchnoch eben so viel von dem ihrigen sitzen; worauf er sichsie lustig machte, und ihnen unter der Hand zu verstc-hen gab« Betrügerei) dürfe unter Männern von wah-rer Ehre nicht -Matt finden. Da das Spiel eineArt von Krieg sev, so müsse es redlich und ohne an-dere Vortheile zugehen, als die man sich durch recht-licke Mittel verschaffe. In der That kann ich sagen,daß nie ein Philosoph selbst von denen, die sich ammeisten der Herrschaft über ihre Leidenschaften rühm-ten, dies- mehr und beständiger in seiner Gewalt hatte,als dieser große Mann. <

Auf dergleichen Beschäftigungen folgte die Lektüre,vorzüglich guter Historiker, wobey ich , ich dcr ichdieses schreibe, die Ehre hatte, ihm die Biographie«von Plutarch ganz vorzulesen; ausser verschiedenen an-der» vorzüglichen Schriftstellern, mit denen er sehrgut bekannt war. Er ließ keinen Tag hingehen, ohneihnen wenigstens eine Stunde zu schenken. Er unter-hielt sich auch bisweilen damit, baß er dem Ball undQ 2 Maul-