Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Neunter Band (1795)
Entstehung
Seite
209
Einzelbild herunterladen
 

20S

Niemand zieht in Zweifel, daß er so viel Offen-heit und Ehrlichkeit als Mukh besaS, und er kann fürein vollkoMmeües Muster dieser Tugend, die den recht-schaffenen Mann macht, angesehen werden, einer umso bewundernswürdigen Tugend, je seltner sie beson-ders in diesem Jahrhundert ist, wo List und Trugherrschen. Dabey besas er eine vollkommeneGottesfurcht; er begann und endigte nie denTag, ohne vffentlichmit seiner Dienerschaft zu beten, undthat dieß sehr oft noch iur sich allein in seinem Cabinet undin seinem Bette, wo er, sobald er aus dem ersten Schlaferwachte, diesen Zwischenraum mit Geber ausfüllte,so wie dieß noch jetzt die Frau Connetablin bezeugt.

Wirklich verschastc ihm auch seineFrömmigkeit,-wenn man die Anlage, die er dazu hat, so nennen undden Namen des Originals einer falschen Copie beyle-gen darf, da es außer dem wahren alleinseligmachen-den Glauben, den er noch nicht angenommen hatte,keine wahre Frömmigkeit geben kann seine Fröm-migkeit, sage ich, verschaffte ihm die Gnade der Er-leuchtung des wahren Glaubens, und bewirkte endlichseine Bekehrung, die nicht aus weltlichen Rücksichtengeschah, wie sich diejenigen bereden wollten, welche bisbesten Absichten übel auslegen, und den unschuldigste»Handlungen von der Welt einen verkehrten Sinn un-terschieben. Er hatte den Vortheil, ein so schönesLeben mit einem so ruhmvollen seligen Ende zu krönen,als man gesehen hat. Ja er starb, wie ein wah-rer Christ zu sierben wünschen muß, was ohneZweifel den verdienten Lohn zur Folge hatte.

Der Leser erkundigt sich wohl hier bey mir nachseinen häuslichen Beschäftigungen in FriedenSzciten,und möchte gewiß gern wissen, wozu er vorzügliche Nei-tt. Venkwürvigk. IX. B. Q gung