Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Neunter Band (1795)
Entstehung
Seite
XXVIII
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Heinrich der M.

Noch ehe er die Gränzen von Frankreich wiedererreichte, hatte seine Unbesonnenheit und die Ka-bale seiner Mutter, der Zwischenregenkinn, allemögliche Schritte Zechau, welche irgend zu diesemSchluß der Scene hiusühreu konnten. Aus sei-ner pohlnischen Residenz, wie aus der Verban-nung, entschlüpft, fand Heinrich seine Reise nichtmehr dringend, sobald der Pomp von Wien, dieMaskeraden von Venedig, die Feste anderer ita«lianischenHöfe seinen Leidenschaften Nahrung bo-ten. War er dann je unter diesen Zerstreuungeneinen Augenblick für Staatsberathschlaguugenempfänglich, so hörte er allgemein den weisen Rath,daß er doch in sein lange genug zerrüttetes Vater-land als Friedensstifter zurückkchrcu, und als par,teiloser Schiedsrichter dem Rcligionszwist und derHofcabale durch das Gebot und Beyspiel klugerVereinigung endlich Stillschweigen auflcgcn sollte.Seine Tante, Margarethe von Savoyen, über-nahm das verdienstvolle Geschäft, noch che er seinReich beträte, ihn mit dem schwer beleidigten Hau-se Mvntmoreucy zu versöhnen, auf weiches als-dann gegen Guisen und Hugonotten gleich gut zurechnen gewesen wäre. Aber umsonst. DasHaupt jener Familie, der Herzog von Damville,welcher selbst deswegen nach Turin gekommenwar, entfloh kaum noch der Treulosigkeit der Kö-nigin» Mutter, welche sich nicht scheute, ihrem Soh-ne zur schändlichsten Verletzring der Gastfreund-schaft,