122
und die zu verschiedenen Zeiten seinen Vorfchren un-rechtmäßigerweise entrissenen Staaten wieder- zu ero-bern. Zum nöthigen Anfang hatte er nun wichtigeausgebreitete Verständnisse gegen das Haus Qestceichangelegt, und eine Unternehmung entworfen, die un-gefähr auf Folgendes hinaus lief.
Da der Churfürst von der Pfalz und die andernteutschen Fürsten, die bey der Jülichschcn Erbschaits«fache interesstrc waren, wie die Zeitgeschichte uns lehrt,Ihn um Seinen Bcystand hiezu anflehcen, so woll-te Er ihnen diesen in Person leisten, mit einer mäch-tigen Armee, wovon die Zurüstungen ganz Europa inFurcht und Erwartung der Dinge hielten. Von dawollte Er durch Luxemburg in die Staaten des Erz-bischoffs von Trier kommen, und dann in Elsas ein-dringen. Ein in der That der Größe und des Glücksdieses Herrn würdiger Anschlag, der aber kurz her-nach durch seinen traurigen Todesfall vereitelt wurde.
Nun hatte Er sich gegen Lesdiguieres darüber er-klärt, als gegen denjenigen, dem er eine der Haupt-rollen dabey geben wollte, und dieß war der wahreGrund der letztem Reise gewesen.
Weil man aber zuvor dem Hause Qestreich inItalien zu schaffen machen mußte, was ohne denBeystand des Herzogs von Savoyen schwer hielt, sobeschloß Er, diesen dafür zu tnteressiren durch dieVermälung seines Sohns, des Prinzen von Pie-mont, mit der ältesten königlichen Prinzessin, welchenachher Königin von Spanien wurde. Als Les-LiguiereS sich auf Seinen Befehl etwas davon gegenden Residenten des Herzogs am Hof, de Jacob, hat-te verlauten lassen, so wurde dieß so wohl ausgenom-men,