. 22 Z
sinnen Absicht, den Geheimschreibcr des Erzbischoffsauf seiner Seite hatte, wurde durch diesen von derganzen Sache benachrichtigt und begab sich hierauf ei-nes Tages ganz allein auf sein Zimmer wo zwey Ber-ten, bloß mit Barchent bedckt, standen. Darunterlegte er in jedes einen Degen und einen Dolch; riefdann Platel hinein, und befahl ihm, abzuschließen,und zur Hand zu nehmen, was er in einem der Bettefinden würde. Platel zieht, ihm ganz unerwartet, denDegen und Dolch hervor, und Lesdiguiercs der amandern Bette ein gleiches gethan hatte, stellt sich inPositur, und sagt zu ihm: Da du versprochen hast,„mich zu töden, so versuch es izt, und verscherze die„Reputation in der du als Soldat stehest, nicht durch„feige Niederträchtigkeit."
Platel, überführt durch jenen Zeugen, von demman sagt, daß er so gut sey als Tausend, stürzt ihm'zu Füffen, zerfließt in Thränen, macht sich den Pro-ceß selbst und bekennt, daß er den Tod verdiene. Ge-rührt von diesen Zeichen seiner ReUe, die er nicht fürgeheuchelt hält, befiehlt ihm Lesdiguieres aufzustehen,verzeiht ihm,, und trägt sogar, nach einigen Vorwür-fen , die er ihm über seine Schwachheit machte, keinBedenken , sich nach wie vor von ihm bedienen zu las-sen , indem er sich versichert hielt, daß er ihn auf dieseArt durch eine so starke Verbindlichkeit 'so gut als aufsneue erst gewinne; daß kein Herz so roh und verwil-dert sey, das nach einem solchen Vorgang nochder Undankbarkeit fähig wäre, und daß dieser Mensch,so wie er durch den Abscheu vor dem Verbrechen zu-rükgehalten worden sey, es noch mächtiger durch dieGröße der Wohlthat werden werde.