Igo
Cavalier sey ein Mann zu großen Dingen bestimmt.Er gab ihm also seine Tochter und hielt ihn jederzeitsehr Werth. Der Tod, der ihn bald darauf wegrafte,brachte ihn um das Vergnügen, seine Wahl so gutausgeschlagen und seine Prophezeihung erfüllt zu sehen.
Da indessen die vorigen Unruhen große Erbit-terung in den Gemächern zurükgelassen! hatten, undsich zwischen den Katholiken zu Gap und den Prote-stanken in Champsaur täglich Gelegenheiten zu Zänke-reyen ereigneten: so nahm dadurch ihr Haß gegen ein-ander so sehr zu, daß sie sich darüber oft einander indie Haare geriethen. Leztere sahen bald ein, wie nv-thig es für sie wäre, einen Anführer zu haben, unddaß ihnen bloß weil es ihnen daran fehlte, manchewichtige Vortheile entgiengen. Sie beschlossen dahereinmüthig Lesdiguieres als ihren Befehlshabers» er-kennen , der von Seiten seiner Tapferkeit und Klug-heit bereits in großem Ansehen stand.
Einst als ihn seine Freunde zu St. Bonner be-suchten, um mit ihm seine Vermählung zu feyern, undan nichts als Spiel und Wohlleben dachten; bcwill-kommte er sie zwar mit allen Zeichen einer aufrichtigenFreude, führte ihnen aber ganz höflich zu Gemüth: manmüsse sich denn doch dem Jubel nicht so ganz über-lassen, daß man darüber alle Sorgfalt für die Sicher-heit aus den Augen ließe; denn sie wären doch wirk-lich nicht so ganz ausser Gefahr, indem sie sich an einemganz offnen Ort so nahe bey den Feinden befänden.Sie bezeugten sich ihm sehr verbunden für die Sorg-falt, die er für ihre Sicherheit trüge, in Ansehungderen sie sich ganz auf ihn verließen. Ohne weiters,erhielt er wirklich sogleich Nachricht, daß die von GapLust hätten, das Fest zu stören, und daß sie ungefehr zwey-