eine Maxime, welche alle die befolgen sollten, denendie Bildung junger Leute anvertraut ist, ihren na-türlichen Hang etwas zuzugeben so lang er sich nichtallzuweit von dem Hauptzwek entfernt. Da er ihn in-dessen mit einem guten? Hellen Verstand begabt sah, dener denn wirklich im höchsten möglichen Grad besaß, sounterrichtete er ihn vorzüglich in der Geschichte, demwahren Studium eines Kavaliers, und unstreitig dembesten auf das man sich legen kann. Denn da eigent-lich die Geschichte nichts als der Spiegel des Bösenund Guten ist, so lernt man aus ihr das Laster fliehenund der Tugend folgen; ein um so notwendigerer Un-terricht , da der Nuzen davon sich auf alle Handlun-gen des Lebens erstrekt.
Wir haben ihn in der katholischen Religion ge-bohren und getauft werden sehen; und dennoch werdenwir ihn im Fortgang seines Lebens als Anhänger derandern Religion finden, und erst wenige Jahre vorseinem Tod in den Schoos der Kirche zurük kehrensehen. Um dies zu erklären, mästen wir melden daßsein Hofmeister sich zwar äußerlich zur katholischen Re-ligion bekennte, übrigens aber den Meynung de-rer anhieng, welche den Namen der Reformieren an-genommen hakten. Er brachte also bisweilen seinenZögling auf diesen Gegenstand, und bereitete ihn vonweitem darauf vor, diese fremde Meynung anzuneh-men , indem er ihm beybrachte, in der römischen Re-ligion diene man Gott nur mit den Lippen, Lehre undSitten seyen da gleich sehr verderbt; beyde hätten ei-ner Reformation bedurft, und dazu habe Gott Män-ner erwekt. Dabey berief er sich noch auf das Bey--spiel der größten Männer im Reich die sich dazu be-kennten , und der Märtyrer, die sie mit ihrem Blutbesiegelten, und andre dergleichen Reden, durch die