28
nicht Key der Belagerung befunden hätte, zu welcherganz Frankreich kam.
Diesen schlimmen Eindruck würde ich alsdennschwer zu vertilgen gehabt haben. Es ist für jungeLeute von großer Wichtigkeit, mein Sohn! alles mög-liche zu thun, um beym Anfang jeder Handlung undbey jedem Eintritt in eine neue Gesellschaft einen gu-ten Eindruck von sich zu machen.
So bald ich genesen war, reiste ich ab, mit ei-ner guten Equipage von großen Pferden und zehn oderzwölf Edelleuten, mit schönen und gutgemachten Waf-fen , lind mit allen zu einer Belagerung nothwendigenStuken. Ich nahm vom König und seiner Mutterder Königin Abschied, welche mir die Ehre rhaten,mich ihrer Zuneigung zu versichern. Ich reiste ab,und kam nach Champigni, wo ich eine meiner Tantenfand. Ich wurde genöthigt, mich acht od^r zehn Ta-ge aufzuhalten, eine traurige Zeit für mich, da ichdie Kanonaden bey Röchelte hörte, welche mich fürchtenließen, die Stadt möchte eingenommen werden, ohne daßich auch nur von der Belagerung etwas gesehen hätte.Es war mir bange, einen schlimmen Begriff von mirzu erwecken, in der Kriegskunst noch nicht angcfangen,noch durch meine Tapferkeit an den Tag gelegt zu ha-ben, daß ich überzeugt war, die Furcht vor demVerlust der Ehre müsse immer der Furcht für dasLeben Vorgehen.
Ich begab mich zur Belagerung am Ende des Fe-bruars. Als ich ankam, giengen mir ungefchr zweyhundert Edelleute entgegen. Ich gierig sogleich in dasLager des Heers, und näherte mich dem Zelt des Mon-sieur, von welchen! man mir sagte: er size jezt zu Pferd,um zu den Laufgräben zu reiten. Mit meiner Beglei-tung machte ich meine Ehrenbezeugung dem Monsieur,
dem