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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
431
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Katholische Christen mit äußerster Genauigkeit nachzu-leben. Dies war eine Folge der Achtung und selbsteiner Art von Neigung, welche er, wie man überall indiesen Denkwürdigkeiten bemerkt, jederzeit gegen diewahre Religion hegte, welche ihm wahrscheinlich nochdahin gebracht haben würde, sie selbst anzunehmen,wenn ihn nicht die von ihm angegebenen Gründe ab-gehalten hatten. Ueberzeugt, daß man in einer, wie inder andern, dieser Religionen selig werden könne, zeigteer sich unglücklicherweise allzu empfindlich gegen dasfeine Gefühl, auch selbst den Schein zu vermeiden,als ob Ehrsucht und Eigennutz ihn bey einem Schrittleiteten, welcher ihm wirklich für beyde nichts zu wün-schen übrig gelassen haben würde. Die einzige Herzo-gin von Rohan ausgenommen, starben alle seine Kin-der im Schooß der Römischen Kirche»

Was die Herzogin, seine Gemahlin betrifft, wel-che in der Römisch-Katholischen Religion erzogen war,und diese erst nach dem Tod ihres ersten Gemahlsdes Herrn von Chateaupers verließ, um den Herzogvon Sully zu Heyrathen, so weiß ich nicht, ob manUrsache hat, sie wegen einiger Rückkehr zu ihren erstenGesinnungen im Verdacht zu haben. Die Herrn vonVillebon hatten in der Kirche dieser Pfarrey eine Ca-pelle gegen das Schloß, die man wegnehmen ließ.Man errichtete an deren Stelle zwo Tribunen, eineunten mit Fensterladen verschlossen, so daß man nichtsdarinn sehen konnte, und die andere über dieser, wo-hin eine kleine hölzerne Treppe führte, ebenfalls miteinem Ialousieladen verschlossen. Es ist ganz noto-risch, daß die zwo Herzoginnen von Sully und vonRohan sehr oft in die untere Tribüne kamen, um dawährend der Horen die Psalmen zu hören. Siebleichten mit eigner Hand alle Leinwand, welche zum

Dienst

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