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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
430
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Kleidung, die er jederzeit beybehiclt, ohne sich der Mo-de unterwerfen zu wollen. Es ist bekannt, was ihmeines Tags am Hof begegnete, wohin ihn Ludwig XIIIberufen hatte-Ich habe Sie kommen lassen, Herrvon Sully, sagte dieser junge Prinz zu ihm, als einenvertrauten Mann und einen der vornehmsten Mini-ster des Hochseligen Königs, meines Vaters, ummich mit Ihnen über wichtige Angelegenheiten, dieich gegenwärtig habe, zu besprechen, und Sie umIhre Meynung zu befragen." Der Herzog vonSully, der um den König her nichts als junge Höf-linge sah, welche unter einander kikerten, und um demConnetable von Luynes ihren Hof zu machen, seineKleidung, sein ernstes Wesen und alle seine Manie-ren lächerlich machten, gab folgende Antwort:Sire,ich bin zu alt, um mich an irgend etwas anders zugewöhnen; wenn der Hochselige König, Ihr Vater,glorreichen Andenkens, mir die Ehre erzeigte, michzu seiner Person zu berufen, um sich mit mir übergroße und wichtige Angelegenheiten zu besprechen, sowar es immer das erste, daß er die Pikelheeringehinausgehen ließ " Der junge König schien dieseFreyheit zu billigen; er ließ jedermann Weggehen, undblieb mit dem Herrn Herzog von Sully allein.

Subordination, Ordnung und Frieden herrschtenunter den zahlreichen Domestiken, von denen wir soeben gesprochen haben. Nie hat noch jemand sich sogut Respect und Gehorsam zu verschaffen gewußt, alsder Herzog von Sully» Die Katholiken, die er inseinen Diensten hatte, merkten nie, daß er nur denmindesten Unterschied zwischen ihnen und den Calvini-sten gemacht hatte, außer etwa an der Aufmerksamkeit,mit der er sie anhielt, ihren Pflichten als gute Römisch-

Katho-