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haben. Der menschliche Geist hangt sich mit so vielerGefälligkeit, ja mit so vieler Wut an alles, was ihmschön und glänzend scheint, daß es ihn sehr verdrüßenwürde, wenn man ihn fühlen ließe, wie gar nichts We-sentliches, nichts Gründliches diese Gegenstände ha-ben. Allein hierinn, so wie in allen Sachen über-haupt, hat man sich auch vor der entgegengesetztenAusschweifung zu hüten. So wie man nämlich großeDrnge auszuführen verfehlt, weil man sich mit zu we-nig Lust daran wagt; so verfehlt man ebenfalls auchihre gehörige Kenntniß und Schätzung, weil man siemit einem allzu verjüngten Maaßstab mißt. Ich selbstwar in diesem Artikel schwerer zu überzeugen, als viel-leicht keiner von denen, welche diese Denkwürdigkeitenlesen werden, und dieß war eine Wirkung jenes frosti-gen, vorsichtigen und wenig unternehmenden Charak-ters, durch den ich mich stets ausgezeichnet habe.
Ich erinnere mich, daß ich das erstemahl, da ichden König mit mir von einem politischen System redenhörte, durch welches man ganz Europa wie eine Fa-milie eintheilen und leiten könnte, Ihn kaum anhör-te. Da ich mir cinbildete, daß er das nur so spräche,um sich lustig zu machen, oder vielleicht um cs sich zurEhre anrechnen zu lassen, daß er in der Politik weiterund tiefer eindringe, als gemeine Menschen, so warmeine Antwort halb scherzhaft, halb im Complimen-tenton. Heinrich gieng dicßmahl nicht weiter. Erhat mir nachher oft gestanden, daß er alles was ihmüber diese Sache im Kopf herum gieng, lange Zeitvor mir verborgen gehalten habe, und zwar aus derScham, welche man fühlt, Dinge vorzutragen, wel-che lächerlich oder unmöglich scheinen können. Ich er-staunte, als er einige Zeit darauf das Gespräch unteruns wieder auf denselben Gegenstand brachte, und als
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