es Gott gefiel, ihn, einige Jahre zu früh für das Glückder Welt, zu sich abzurufen. Dieser Zweck zeichnetees so sehr von allem aus, was man bis jetzt gekrönteHäupter unternehmen sah. Dadurch strebte er nachdem Namen des Großen. Seine Absichten warenihm nicht durch eine kleinliche armselige Ehrsucht zu«geflüstert, waren nicht beschrankt auf ein unbedeutendesniedriges Interesse. Ewig glücklich wollte er seinFrankreich machen; und da dies diese vollkommeneGlückseligkeit n'icht genießen kann, ohne daß ganz Eu-ropa sie gewissermaßen mit ihm thcilt, so war es daSGlück der ganzen Christenheit, das er machen und sofest begründen wollte, daß nichts in Zukunft imStand scyn sollte, diese Grundsäulen zu erschüttern.
Ich kann mir wohl vorsteklen, daß dies Projektauf den ersten Anblick als eines der prächtigen Luft-schlösser jener müßigen politischen Speculationen ange-sehen werden wird, denen ein Kopf nachhängt, welcherLiebhaber von seltsamen Ideen ist (6). Die, welcheso davon urthcilen, können nur Leute von jener Gat-tung seyn, denen der erste Eindruck einer eingenomme-nen Einbildungskraft zur Regel dient, oder solche,welche die Entfernung der Zeit und die Unwissenheitder Umstände die weiseste und edelste aller Unterneh-mungen, die je beschlossen wurden, mit jenen eigen-sinnigen Projekten verwechseln läßt, mit denen manzu jeder Zeit Fürsten sich belustigen sah, welche vonihrer Macht schwindelten. Ich gebe zu, daß, wennman mit Aufmerksamkeit untersuchte, was Eitelkeit,Vertrauen auf sein gutes Glück, Unwissenheit undselbst Furcht und Trägheit unternehmen lassen, manerstaunen würde, Fürsten sich blindlings in Entwürfestürzen zu sehen, die zwar sehr gut in die Augen fallen,aber oft nicht den mindesten Grad von Möglichkeit
haben.