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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
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menfluß von Ursachen, die über jede menschliche Machterhaben sind. Es sollte also von nichts die Rede scyn,als sie alle mit einer gewissen Gleichheit bestehen zulassen. Jeder Fürst, welcher anders denkt, wirdStröme Bluts durch ganz Europa fließen lassen,ohne je dessen Gestalt verändern zu können.

Als ich oben bemerkte, daß Frankreich gegenwär-tig nicht mehr die ganze Ausdehnung hat, welche eszur Zeit Carls des Großen hatte, war meine Absichtsicher nicht, diese Verminderung als ein Uebel vorzu-stellen. Bcy dem unvermeidlichen Unglück, von Zeitzu Zeit ehrsüchtige Fürsten zu Königen zu haben, wärees noch ein weit größeres, wenn alles zusammen träfe,diesem Ehrgeiz zu schmeicheln. Auch hat man jeder-zeit bemerkt, daß die Reiche je größer sie werden, destogrößerm Unglück unterworfen sind. Der Grund derRuhe, indem unsrigcn besonders, hängt davon ab, daßman es in seine gegenwärtige Granzen eingeschloffenerhält. Ein Klima, Gesetze, Sitten, Sprachen,welche keine Achnlichkeit mit den unsrigen haben,Meere, beynahe unzugängliche Gebürgketten, sind soviele Schranken, welche man als von der Natur selbstgesetzt betrachten kann. Was fehlt auch übrigensFrankreich? Wird es nicht jederzeit das reichste undmächtigste Reich in Europa seyn? Nein, die Fran-zosen haben weiter nichts zu wünschen, als daß derHimmel ihnen fromme, gute und weise Könige gebe;und diese Könige haben nichts zu thun, als ihre Machtanzuwenden, um Europa in Frieden zu erhalten.Keine Unternehmung kann ihnen weiter, weder gelin-gen noch nützlich scyn, als diese.

Von dieser Beschaffenheit war denn das Werk,welches Heinrich im Begriff stand, zu beginnen, als

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