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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
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sie große Könige nennen, wenn man sich verbergenkönnte, daß ihr Volk unter ihnen elend wurde. Washätte man nicht besonders von Ludwig lX zu sagen IVon den vier und vierzig Jahren, die er regierte, bie-ten die zwanzig ersten ein Schauspiel dar, das nichtunwerth ist mit den eilf lebten Heinrichs des Drohenverglichen zu werden. Ich fürchte aber sehr, ihr gan-zer Ruhm möchte durch die vier und Zwanzig folgen-de aufgehoben werden, wenn man in diesen nichtserblicht als übertriebene Auslagen zur Befriedigungeiner übel verstandenen und verderblichen Frömmigkeit»Unermeßliche in die entfernteste Länder geschleppteSummen zur Loskaufung der Gefangenen, so vieletausend aufgeopferten Bürger, so viele erloschenen er-lauchten Häuser erfüllten Frankreich mit einer allgemei-nen Trauer und alles zusammen mit einem allgemei-nen Elend.

Vereinigen wir uns ein für allemal über Grund-sätze; und wenn wir nach einer tausendmal wiederhol-ten Erfahrung als ausgemacht angenommen haben,was cs schon lange seyn sollte, daß Menschenwohl nieauS dem Krieg entstehen kann; so wollen wir mit die-ser Idee die Geschichte unserer Monarchie durchgehen»Wir wollen Chlodwich und scin?N Vorgänger ihre,zur Gründung einer erst keimenden Herrschaft gewisser-maßen nöthige, Kriege hingehcn lassen. Was sollenwir aber zu denen sagen, welche in einem Zeitraumvon vollen hundert und sechszig Jahren die vier SöhneChlodwichö, die vier Söhne Chlotars n und ihreNachkommen beunruhigten? zu denen, weiche hundertund zwcy und stebenzig andere Jahre hindurch vonLudwig dem Frommen an das Reich verwüsten? Der.Rest ist noch arger; die oberflächlichste Kenntniß vonunsrer Geschichte ist hinreichend zur Ueberzeugung, daßseit Heinrich VIII bis zu dem Frieden von Vervins

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