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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
350
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ihre Eroberungen ein eben so gutes Recht daraufhatten.

Der Stadt Rom leuchteten indessen doch noch vonZeit zu Zeit einige Strahlen von Hoffnung zu ihrerWiederherstellung. Der auffallendste war die Regie-rung des großen Konstantins, dessen Siege diesemganzen Körper wieder Ein Haupt gaben. Er wirkteaber, ohne daran zu denken, für die Zerstörung einesWerks, das ihn so viel gekostet hatte, selbst weit mehrals all das schlechte Benehmen seiner Vorgänger, inso fern er darauf verfiel: alle Rechte Roms auf seinneues Konstantinopel überzutragen. Ganz unheilbarmachte er dies Versehen vollends dadurch, daß er seinReich unter seine drey Söhne gleich vertheilte. Thco-dosius, der sich glücklicherweise, oder durch seine großeTapferkeit, in demselben Fall, wie Konstantin, befand,hätte vielleicht nicht denselben Fehler begangen, hätteihn nicht das böse Beyspicl verführt. Aus EinemReich zwang ihn die Noch zwey zu machen. Arkadiuserhielt den Orient, Honorius den Occidcnt, und vondieser Zeit an war weder Hoffnung noch Gelegenheitzur Wiedervereinigung.

Da in der natürlichen Ordnung der Dinge dieZerstörung des einen zur Hervorbringung des andernoder mehrerer dient, so entstanden, so wie die entfern-ter!'. Theile deS Oecidcntaiischen Reichs sich davon los-machten, aus diesen Königreiche, welche jedoch nichtsogleich diesen Namen führten. Unstreitig das ältestevon allen denn man kann seinen Ursprung in dasachte Jahr der Regierung des Honorius setzen - istdas, welches in Gallien durch die Franken gestiftetwurde. Diese hatten ihren Namen von der Pro-vinz Franken, woher die Gallier aus der Gegend umdie Mosel sie riefen, um ihnen zu ihrer Befreiung von