Sie bezeugte ihnen so viel Zutrauen zu mir, fügte soviele schöne Worte und Versprechungen hinzu, daßdiese wieder, mehr als je, der Meynung waren, ichwürde einen Fehler begehen, wenn ich meine Stellenniederlegte. Hierauf schickte sie eines nach dem andernmit Versicherungen und den verbindlichsten Schreibenan mich. Vergebens suchte ich ihnen die List der Re-gentin begreiflich zu machen. Das Anliegen und dieBitten verfolgten mich, bis ich endlich so sehr ermüde-te, daß ich, um nur nicht unaufhörlich mit Vorwürfenüberhäuft zu werden, und nach der Ueberlegung, daßmeine Gefälligkeit gegen sic mich für jetzt noch keinerGefahr auSsetze, hingicng, mich wissentlich in alle dieSchlingen zu stürzen, die mich bey Hof erwarteten,und so abermal die Ausführung meines ersten Vor-satzes verschob.
Ich reiste also wieder nach Paris, ohne jedochsehr zu eilen, indem ich erst am sechsten Tag nach mei-ner Abreise daselbst ankam. Als ich mich am folgen-den Morgen anfchickte, dem König und der Königinmeine Aufwartung zu machen, sagte man mir: derKönig würde den Vormittag in den Tuilerien zubrin-gen, und erst zur Tafel wieder zurück kommen; dieKönigin aber würde bey Zamet Mittagstafel halten.Ich zweifelte nicht, daß es ihr sehr lieb scyn würde,wenn ich in diesem Haus zu ihr käme; und wirklichwurde ich auch aufs gnädigste empfangen. Sic wie«verholte mir verschiedeucmal mit einer ossnen und sogarfreudigen Mine, die beynahe mich selbst betrog: siewolle einzig meinem Rath folgen; sie bäte mich, demKönig, ihrem Sohn, eben so ergebe.' zu scyn, als iches gegen dem hochseligen König gewesen sey; sie würdenich^ zugedcn, daß rch meine Stellen wederlegte; siewüroe es so einrichten, daß ich sie mit einer gänzlichen
Unab-