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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
300
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sonst gemacht. Dieser liebte mich, wegen der Dienste,die ich ihm in mißlichen Umständen geleistet hatte, ebenso sehr, als er den Herzog von Bouillon, der ihn da-hin gebracht hatte, gering schätzte. Er sagte nach derSitzung zu der Königin, in Gegenwart Bouillons:seine Forderung sey ungegründet; und (indem er sichan ihn wendete) er bitte ihn, sich nicht weiter zu be-mühen, um ihn in seine Rachsucht und persönlicheEmpfindlichkeit zu verflechten. Dieser Zank machteLärm genug auf beyden Seiten, daß es die Freundefür ihre Pflicht hielten, sich den zween Gegnern anzu-bieten. Hier gieng es nicht wie rm Staatsrath.Mein Anhang war der stärkste, indem sich die Häuservon Guise, Longueville, und viele andre öffentlich fürmich erklärt hatten.

Concini und seine Frau blieben selbst nicht langein gutem Vernehmen mit den Ministern und andernvorzüglichen Staatspersonen. Es ist das Loos derVerbindungen, welche nur durch den Geist des Eigen-nutzes gestiftet werden, daß dieselbe Ursache, die ihnenihr Daftyn gab, sie noch leichter wieder zerstört. Da-her tausend ärgerliche Auftritte! Es kam öffentlichzu Vorwürfen und Schimpfreden, welche auch nurein Funke von Gefühl für Wohlstand hätte unter-drücken müssen. Da! derselbe Geist am ganzen Hofherrschte, ward dieser bald einzig voll von Haß, Ei-fersucht und niederträchtigen oder sträflichen Kniffen,um sich die Gnadenbezeugungen streitig zu machenund zu entreißen. Da tausend häßliche Fermente alleGcmüther in Gährung setzten, befürchtete man öftersdie blutigsten Katastrophen unter Personen vom höch-sten Rang. Man mußte unaufhörlich in Bewegungseyn, um ihnen vorzubcugen. Das Publikum wa dvon den Ursachen unterrichtet, welche die Prinzen mm

Geblüt