Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
275
Einzelbild herunterladen
 

275

des Staatsraths verursacht hatte, deren ich zu geben-ken vergaß uüd worin» festgesetzt worden war, daß ichbis auf weitern Befehl fortfahren sollte die Finanzver-waltung zu führen wie bisher, und namentlich in demwas die Staatspensioncn betraf. Ich fürchtete: dieKönigin möchte mir bey dieser Gelegenheit auflauern,und es mir nie vergeben; und beschloß, mich ihremHaß nicht wegen einer Sache auszuseßen, die mir nichtvon eben so großer Wichtigkeit schien als wahrschein-lich dem Herrn Prinzen. Er schickte Eilboten aufEilboten an mich ab, um mich andern Sinnes zu ma-chen, und ließ mir endlich durch die vbengedachte Edel-leute erklären, daß er entschlossen wäre nicht wiedernach Paris zu kommen, weil ich mich weigerte, da-selbst mit ihm zu erscheinen und über Dinge zu spre-chen, welche die Partie, die er ergreifen sollte, bestim-men würden, und die er nur durch mich erfahrenkönne.

Ich fieng wieder an, neue Versuche deswegen beyder Königin zu machen, von der ich jedoch nie weiteretwas herausbringen konnte als jene Art von Erlaub«niß, durch welche hindurch man deutlich eine abschläg-liche Antwort erblickte. Die Alternative war in derThat um so bedenklicher, da sie sich wirklich zwischenzwo Partien befand, welche man damals als ganz ent-gegengesetzt betrachten konnte. Ich mache kein Ge«heimniß daraus; ich erklärte mich für die, welche mirdie Früchte einetz wesentlichen Dienstes verschaffenkonnte, gegen die, welche mir nur die leicht vergeßlicheVerbindlichkeit für eine bloße Gefälligkeit versprach;und gieng hin den Herrn Prinzen zu besuchen (25),welcher, was ihm auch der Herzog von Epcrnon sagenmochte, dennoch von dem Ort, wo er zu Mittag ge-speist hatte, nicht abgehen wollte, bis er wußte, daßich sehr nahe daran sey. Ich begegnete ihm im freyen

S 2 Feld