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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
273
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Prinz, dem man damals keinen großem Dienst erwei-sen konnte, mir es sehr Dank wußte, und, wie mireiner der Söhne des Herrn von Hacrourt erzählte,ganz laut versicherte: er wolle nicht nach Paris kom-men, ohne mich zu besuchen und mich um Rath zu fra-gen. Da ich beynahe nichts als Feinde um mich sah,empfand ich eine wahre Freude darüber, auf diese Artden Haß getilgt zu haben, welchen eine Zeitlang dererste Prinz vom Geblüt gegen mich gehegt hatte. Ecerzeigte nur sogar die Ehre, zu verschiedenen malendie Herrn von Rieux, Montataire, Clermont und an-dre von Adel an mich abzuschicken, um mir seine Lageund seine Entwürfe zu eröffnen.

Als man ihn von dem Tod des Königs benach-richtigt hatte, stand er keinen Augenblick an, sich aufden Rückweg nach Frankreich zu machen. Er rech-nete, wenn er sich außerordentlich beette, noch früh-zeitig genug anzulangen, um die Rechte geltend zu ma-chen, welche ihm sein Rang bey diesem Fall gab. Die-ser war ganz dem des Königs von Navarra, seinesGroßonkels, ähnlich, da dieser sich der Königin Ca«tharina von Medicis vorziehen zu lassen gesucht hatte.Sie machten beyde gleich schlechtes Glück nuk ihrenAnsprüchen. Der Prinz von Condö erhielt baldNachricht, daß die Königin, ohne weder ihn noch dieandern Prinzen vom Geblüt zu erwarten, ohne nachden Gesetzen, die Errichtung eines RegentschaftrathSvorhergehen zu lassen, und ohne eine der bey dergleichenFallen herkömmlichen Formalitäten zu beobachten, eherzur Regentin erklärt, als erwählt worden war. Ecbegriff nun , daß keine Hoffnung für ihn übrig sey,zur Regentschaft zu gelangen. Er vermuthcte sogardie Behandlung, welche seiner am Hof wartete, woseine Gegenwart nun nicht anders als unangenehmN-Denkwürdigk. Vl.Band S seyn