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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
224
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Nachdem mir Schömberg dieß alles erzählt hatte,bezeugte er mir die Verlegenheit, in welcher er sich be»fände, und bat mich um meinen Rath. Die Sachewar zu wichtig, um sie in den Wind zu schlagen unddavon zu schweigen. Auf der andern Seite war dieEntdeckung an Se Majestät der gerade Weg sich derGefahr einer unversöhnlichen Feindschaft von allen de-nen auszusehen, auf welche die Anklage fiele. MeineGemahlin war allein bcy dieser Ueberlegung gegen-wärtig.

Wir machten mit einander aus, daß Schömbergmit möglichster Behutsamkeit mit dem König davonsprechen sollte. Wenn Se Majestät die Mitschuldi-ge zu wißen verlangte, sollte ,er die zwey jetztgedachteFrauenzimmer als diejenige nennen, welche am bestenim Stand warkn, ihm Auskunft darüber zu geben.Was von dem Verfolg dieser Sache allgemein be-kannt wurde, ist: daß die Frau, von welcher Made-moiselle de Gournai das hatte, was sie dem Herrnvon Schömberg sagte, vernommen wurde, und ihreAussage fest behauptete, auch darüber starb, indemsie darauf beharrte. Eine Anekdote, die von de-nen nicht vergessen werden wird, welche Folgerungenaus der Geflissenheit zu ziehen suchen, mit der manbekanntlich Stücke von den Proceßakten de§ abscheu-lichen Mörders unterdrückt (i?) hat.

Indessen begann die Krönungsceremonie der Kö-nigin mit aller Pracht, welche so große Zurüsiungeyerwarten ließen. Sie sollte mehrere Tage dauern,und Sonntags den i6. May mit der vorzüglichstenbeschlossen werden (i 8). Der König hatte die Gefäl-ligkeit für die Königin, einem Spektakel beyzuwohnen,das ihm das Herz durchbohrte. Er rechnete aber auchdarauf, daß ihn dann nichts mehr zurückhalten sollte;

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