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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
128
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immer mehrerer Berichtigung seines Herzens und sei-ner Sitten zu benutzen sucht.

Der zwepte fuhr Heinrich fort (indem Ervon dem Kanzler von Sillcry sprach) ist geduldigerund gefälliger Gemüthsart, gar wundersam geschmei-dig, gewandt und anschlägig in seinem ganzen Beneh.men. Er hat einen sehr guten Kopf und ist ziemlichin Wissenschaften und Geschafften- aller Art von sei-ncm Fach geübt, selbst in den Andern nicht Fremd-ling. Er spricht ziemlich gut, deducirt und versinn-licht eine Sache sehr deutlich; ist nicht der Mannzu schwarzen Bosheiten; ist jedoch nicht frey von ei-ner großen Liebe zu Gütern und Ehrenstellen, undbereit sich zu allem zu bequemen, um sie zu erlangen.,,Er ist nie ohne Neuigkeiten und Zuträger; nicht da-zu gestimmt, seine Person oder seine Güter leichtfür einen andern zu wagen. Da seine Tugendenund Fehler sich so unter einander aufheben, so wirdes mir leicht, von den ersten nützlichen Gebrauch zumachen, und mich gegen die Nachtheile der andernzu verwahren." 22)

Was den Dritten betrifft fuhr der König fort( indem Er auf Villeroy kam) so hat er eine starkeUebung in Geschafften, und eine vollständige Kennt-niß von denen zu seiner Zeit vvrgefallenen. Er wur-de darinn schon von seiner frühsten Jugend an ge-braucht , mehr als die beyden andern. Er hält ge-naue Ordnung in der Verwaltungseiner Stelle, undin Vcrtheilung der Ausfertigungen,die durch seine Hän-de gehen. Er har eine großmüchige Denkungsart,ist rein von Geitz, und zeigt sein Talent zum Staats-mann durch seine Verschwiegenheit und seine großeBehutsamkeit, wenn er öffentlich redet. 2z) Indessenkann er nicht vertragen, daß man fernen Mepnun-

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