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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
127
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unruhigen Geist, habe hohe Begriffe von seinen Mey-nungen und Handlungen, und sehr geringschätzigevon andern, er wolle fein Vermögen vergrößern,und trachte nach Gut und Ehrenstellcn. Wiewolmir nun ein Theil dieser Fehler an ihm wohl bekanntist, und ich daher bisweilen genöthigt bin, ihm denZaum kurz zu halten, wenn ich übler Laune bin, under verdrüßlich und durch seine Einfälle hingerissenwird; so höre ich darum doch nicht auf, ihn zu lie»ben, ihm vieles zu gut zu halten, ihn hoch zu scha-den, und mich seiner gut und mit Vortheil zu bedie-nen. Ich erkenne, daß er mir selbst Mit aufrichtigerLiebe zugethan und ihm an meinem Leben gelegen ist,daß er mein und meines Reichs Ruhm, Ehre undGröße leidenschaftlich wünscht. Ich weiß auch, daß.kein Arges in seinem Herzen wohnt, daß er einreger an Auskunftsmitteln fruchtbarer Geist ist, undmit meinem Gute wohl Haushalt; er ist ein sehr ar-beitsamer und fleißiger Mann, der sich bemüht, vonallem Kenntniß zu erlangen, und sich zu jeder Artvon Kriegs-und Friedensgeschäften geschickt zu ma-chen. Ec spricht gut und schreibt in einem Stil, dermir gefällt, weil erden Stempel des Soldaten undStaatsmanns zugleich trägt. Kurz ich muß Ihnengestehen, daß ich bcy allen seinen Wunderlichkeitenund Uebercilungen niemand finde, der mich so kraf-tig in allen meinen Vcrdrüßlichkeiten zu trösten ver-möchte, als gerade er."

Ich will mich hier weder über den Tadel nochüber das Lob in diesen Worten aufhalken. Zugege-ben, wie man, denke ich, redlicher Weise thunmuß daß wahrscheinlich bey mir zu beydem Grundvorhanden ist; besteht alles, waS ein rechtschaffenerMann dabey zu thun hat, darinn, daß er bepdes zu