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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
71
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Entschluß, alles ruhig zu Horen und zu sehen, ohneweder Abneigung noch Sehnsucht für den Frieden zubezeugen, um so die Entwicklung zu erwarten, welcheauf keine Art vor sich gehen konnte, ohne daß Er dazuberufen würde. Er befahl Jeannin sich hiernach zurichten; und um mein Gutachten darüber zu verneh-men, ließ Er mir alles ganz genau durch Villeroy aus-einander setzen, und schickte mir noch über dieß Lam-bert selbst. Dieser führte bey mir ganz dieselbe Re-den, wie bey Sr. Majestät. Ich hatte aber gegenseine Finessen ein gutes Präservativ an dem einzigenBrief, den ich von der Fürstin von Oranien erhaltenhatte. Er konnte mir nichts entgegen setzen, wie-wohl er vielleicht schlecht mit meiner Offenherzigkeitund mit den Benennungen: undankbar, und: derGüte Sr. Majestät unwürdig, zufrieden war, die ichden Staaten beylegte.

Ich antwortete Villeroy ebenfalls schriftlich, sagteihm aber nicht alles, was ich dachte , sondern verschobes auf meine Zurückkunft, mehr davon zu sagen. Nurgegen den König selbst eröffnete ich mich ganz überalles, was ich von den Vorgängen in Flandern hielt.Wiewohl Moritz seinen P?an nicht immer getreu ge-nug befolgt hatte, sogar einigemal ziemlich sichtbardavon abgcwichen war, so war es doch nicht unglaub-lich noch sehr befremdend, daß er eine Partie bisüufs äußerste zu behaupten suchte, worein seine Ehrewirklich verflochten seyn konnte. Allein für Heinrichschickte es sich nicht weder als großen Feldherrn nochals großen König, sich blindlings in Händel zu stür-zen, wozu man Ihn nicht rief, und dieß bloß auf daSWort eines simpeln Privatmanns. Seiner Würdekam es zu, zu prüfen und zu warten. Was die Staa-ten betrifft, so nahmen sie sich dabey sehr ungeschickt,E 4 wenn