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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
63
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yr anscheinenden Armuth viel reicher, (z?) als ihreNachfolger mitten unter allen Schätzen, welche ihneneme unbegrenzte Gewalt und ein unumschränktes An-sehen erworben haben. Es liegt in diesem allem nichtsparadoxes. Ein Fürst, der viel vermag, glaubt alleszu vermöge«, unternimmt alles (Z8) ohne einen Haupt-Irrthum in der Berechnung seiner Kräfte gewahr zuwerden: die Schwächung und Erschöpfung seinerUnrcrthanen, welche immer mit seinen erweiterten Be-gierden gleichen Schritt hält, und ihn endlich so weitbringt, daß er durchaus nichts mehr vermag.

Von all der Mühe, die eS ihm kostet, eine wirk-lich unersättliche Habsucht zu befriedigen, habe ich nochnicht einmal etwas gesagt. Die Steuer, von allenwillkührlichen Austagen ohne Widerrede die verderblich-ste, so wie auch die unbilligste, wenn man unter die-sem Namen jedes Kopfgeld und jede willkührlichePcr-sonalschatzung begreift, liefert hievon eine Mengeauffallender Beispiele. Wie ofthat sie nicht das königl.Ansehen kompromittier! Ihr Probestück war die Ent-thronung Chilpcrichs, des Vaters von Clodwig, undeinige Zeit hernach kostete sie gar Chiiderich das Leben,der durch einen fränkischen von Adel, Bodillon, ermor-det wurde, welcher sich dadurch wegen einer schimpflichenBehandlung von diesem Fürsten rächte, dem ec die Ge-fahr bey einer ausschweifenden Auflage, mit welcher der-selbe umging, etwas frey vorgestellt hatte. Eine gleicheAuflage unter Philipp August verursachte einen Auf-stand unter dem Adel, der sie unwirksam machte.

Einige andre, glücklicher in dieser Unternehmung,machten sich dennoch so starke Vorwürfe darüber, daßsie heftige Gewissensbisse empfanden, gegen welche-siesich mit Ablaßbullen vom Papst zu verwahren suchten.

Lud-