ther und den wahren Charakter des Herzens am bestenkennen lernen.
„Ich habe erfahren, — sagte er — daß meine Ge-mahlin zweymal hergekommen ist, während ich auf„der Jagd war; daß sie sich allein mit Ihnen in das„Kabinct Ihrer Gemahlin verschlossen hat, und jedcs-„mal über eine Stunde da geblieben ist; daß sie beim„Weggehen vbschon mit zornflammendem Gesicht und„thränengeschwollenen Augen, dennoch gegen Sie„freundlich war und Ihnen dankte, kurz, daß sie ganz„zufrieden mit Ihnen schien. Und damit Sie nur wis-sen , daß ich nicht unrecht berichtet bin, will ich Ih-„nen kein Gehcimniß daraus machen, daß ich dieß al-„les von meiner Muhme Rohan, Ihrer Tochter, ha-„be, nicht daß sie die Klatschcrinn hatte machen wol-len, sondern weil sie glaubre, daß es mir lieb feyn„würde, Sic in so gutem Vernehmen mit meiner Frau„zu sehen. Es muß wohl zwischen der Königin und„Ihnen von Dingen von Wichtigkeit die Rede seyn.„Denn sie hat mir nie ein Wort gesagt, das mir zur„Entdeckung des mindesten nähern Umstands hätte be-„hülflich seyn können, was ich auch für Fragen darü-ber an sie thun mochte. Ich verbiete Ihnen wenig-„stens, und bey der Gefahr mich sehr stark zu bcleidi-„gen, daß Sie nichts gegen meine Muhme Ro-„han äuffern. Ich würde dadurch das Vergnügen„verlieren, das ich bey ihr finde, wenn ich herkomme,„und sie würde mir nichts mehr erzählen, wenn sie„wüßte, daß ich hcrgienge und es Ihnen wieder sagte.„Wiewohl ich mit ihr lache und schäkere wie mit einem„Kind, so finde ich doch keinen kindischen Geist bey ihr;„sie giebt mir oft sehr gute Nachrichten, besonders ist„sie sehr verschwiegen; denn ich habe ihr verschiedenes„anvertraut, wovon fle, wie ich wohl gesehen habe,„weder Ihnen noch andern je etwas gesagt hat.^
B z „Doch