genug gehabt haben. Denn der König hielt sich grobbeleidigt durch diesen Brief, als Er ihn erhalten hatte,und nur um so mehr weil Er sogleich einsah, daß ernicht die Arbeit der Königin wäre. Ich erhielt alsbaldfolgendes Billct von Ihm: ,,Mtin Freund, ich habe„einen Brief von meiner Frau bekommen, den aller-„unverschämtesten, den man schreiben kann. Ich„ärgere mich nicht so sehr über sie, als über den,„der ihn angegeben hat, denn ich sehe wohl, daß es„nicht ihr Machwerk ist. Erkundigen Sie sich also,„und suchen Sie zu entdecken, wer ihn gemacht hat;„in meinem Leben soll er kein gnädiges Gesicht von mir„bekommen, noch mir unter die Augen dürfen." —So sicher ich mich auch hielt, machte mich doch dießBillet nachdenklich» —- «
Drey oder vier Tage darauf kam der König nachseiner Ankunft von Chantilly ins Arsenal. Ich wardabey in ziemlicher Verlegenheit über die Fragen, de-nen ich cntgegensah. Denn Er kam bloß deßwegen zumir. „Nun 1 — sagte Er —- sind Sie noch nicht„auf der Spur, wer meiner Frau den Brief gemacht„hat?" — Noch nicht so recht, Sire — antworteteich, indem ich mich einer List bediente — in zweenTa«„gen aber hoffe ich Ihnen völliges Licht in der Sache„geben zu können, — vielleicht auch wohl noch eher,„wenn ich wüßte, was denn eigentlich beleidigendes„für Sie varinn war. — Wie! —- sagte Er — das„ist ein Brief, recht sehe gut geschrieben, voll vvnVer«„nunstgründen, Gehorsam und Unterthänigkeit, der„mich aber lachend beißt, und schmeichelnd krallt. Ein-,,zeln finde ich nichts daran auszufitzen, aber im Gan^„zcn ärgert er mich, und sollte mich noch weit Mehr„ärgern, wenn er öffentlich bekannt würde." — Aber,„Sire, wenn er so ist, wie Sie sagen, so kann er ja
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