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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
18
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hatte darein soviel Bitterkeit und Galle ausgegossen,daß er sicher nur eine sehr schlimme Wirkung hervor-bringen konnte. Ich stellte ihr die Folgen davon sonachdrücklich vor, daß sie endlich einwilligte, ihn zuvernichten, jedoch sehr ungern, und unter der Bedin-gung, dag ich ihr einen andern sollte machen helfen,worinn nichts vergessen wäre, was sie dem König ih-ren Gemahl so gegründet vorzustellen hätte. Größe-res Unheil zu verhüten, mußte ich ihr nach diesem Gedan-ken dienen; nicht ohne häufige Wendungen unter unswegen Wahl und Stärke derAusdrücke. Ich hatte mei-ne ganze Geistesgegenwart nöthig, um zu ersinnen, wieich die Königin zufrieden stellen könnte, ohne den Kö-nig dagegen unzufrieden zu machen, noch den schuldi-gen Respekt aus den Augen zu verlieren. Die Köni-gin beschwerte sich darinn über die ewige Galanteriendes Königs ihres Gemahls, allein einzig aus dem hei-ßen Verlangen, sein Herz allein zu besitzen. Wennsie dabey ein wenig allzu unbedingt die Aufopferungihrer Nebenbuhlerin» zu verlangen schien, so waren ih-re Ruhe, ihr Gewissen und ihre Ehre, das Beste desKönigs, Seine Gesundheit und Sein Leben, das Wohldes Staats, die Sicherheit der Thronfolge für ihreKinder, welche dieMarquisin sich immer noch anzufech-ten erdreistete, so viele Beweggründe, welche ihr dießnothwendig machten. Sie wollte Sein Herz durchMitleiden zu rühren suchen, indem sie Ihm die Kin-der, die sie von ihm hätte, bringen wolle, um sich Ihmzu Füßen zu werfen. Sie erinnerte Ihn an alle Sei-ne Versprechungen, und nahm Gott zum Zeugen, daßsie, wenn Er sie erfüllen würde, ganz aller Rache ander Marquisin von Vcrneuil entsagen wolle.

Bey allen meinen mühsamen Milderungen mußich doch noch nicht Geschicklichkeit und Fruchtbarkeit

genug