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Zweyte Abtheilung, Sechster Band (1794)
Entstehung
Seite
15
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danken in einem gehässigen Licht vorzusiellen, und daßman mir selbst Dinge Schuld gebe, die ich nicht sagte,nicht thäte und nicht dächte. Ich bäte Ihn inständigstesich jederzeit des Versprechens zu erinnern, das Ermir gemacht hätte, mir selbst sowohl Seinen Willenals Seine Ursachen von Unzufriedenheit mit mir, zuerklären. Er antwortete mir auf eine Art, diemich ganz'über die Kabale meine Feinde beruhigenkonnte: ich hätte das mit allen hoch angestellten Män-nern gemein, mehr Neid als Mitleid zu erregen; ,,Siewissen sagte Er- ob ich selbst davon frcy bin,u.ndzwar Hey Einem Religionstheil wie Key dem andern»Was Sie zu thun haben, ist, daß, so wie ich mich inallen meinen Angelegenheiten Ihres Raths bediene,Sie sich auch in den Ihrigen, die Sache mag nochso unbedeutend seyn, des meinigen dagegen bedienen.Er kommt von dem treuesten Freund, den Sie inder Welt haben können, und von dem besten Herrn,der je war."

Nicht ohne Grund berief sich Heinrich hier aufSein eignes Beyspiel. Er hatte auch Seine Beun-ruhigungen und Seine noch geheimern Feinde. Dennob man schon nicht mehr, wie in den vorhergehendenJahren, dem Ausbruch nahe Empörungen sähe, weilder Gebrauch von Gewalt, welchen man gesehen hatte,den Uebermuth und die Meutercy genöthigt harten, sichverborgen zu halten, so ist cs doch nur allzuwahr, daßman noch am Hof und unter allen Angesehensten desReichs denselben ungestümmen unruhigen und neue-rungssüchtigen Geist wahrnahm, der so lange Zeit allesaufgerührt hatte. Er brachte nichts mehr hervor, alsFamilienzwietracht und Händel unter Privatpersonen/welche Heinrich auf alle mögliche Art zu dampfen be-müht war, indem Er sie als einen Keim ansah, aus demMM nichts als verderbliche Früchte erwarten dürfte.

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