Herz aufzuschließcn. Ich that cs und legte Stärkeund selbst Theologie (6) genug in meine Antwort, umihm begreiflich zu machen, daß er sich sehr geirrt habe.Weder seine Gelehrsamkeit noch seine Beredsamkeitrührten mich, und er hinterbrachte dem König wieder:ich sey unerschütterlich.
Heinrich, der nun selbst auch noch einen leßtenVersuch machen wollte, ließ mich holen, und wiewohler nichts als Liebkosungen, Zärtlichkeit und Zuredeneiner alten Freundschaft — wenn es mir erlaubt ist,mich so auszudrücken —- anwendete; begriff ich dochbald, daß die Gefahr noch nie so dringend gewesenwar als ißt, besonders, als ich hören mußte, daß Ermir meine Beständigkeit als Härte gegen Ihn vorwarf,und als einen Beweis, wie Er sagte, daß ich Ihn nichtMehr liebe. Er sagte mir endlich: dieß sey das lctzte-mal, daß Er mit mir davon rede, und ich solle Ihmwenigstens meinen Sohn geben. Darauf antworteteich abermals, daß ich Ihm den nicht verweigere. Essey mir aber unmöglich, gegen ihn das väterliche An-sehen zu gebrauchen, um ihn zu der katholischen Re-ligion zu zwingen. — Seine Festigkeit kam beynaheder meinigcn gleich. Der König, der Seine Tochter kei-nem von den Prinzen geben ^wollte, beschloß, sie demSohn des Herrn Cvnnetable zu geben. Die Gräfinvon Sankt ergriff diesen Augenblick, um von neuemnoch stärker auf die Vollziehung der Ehe ihrer Enkelinzu dringen.
Nun kam cs noch daraufan, den Gegenstoß mei-ner Feinde" zu pariren. Ich vcrnachläßigte dies nicht.Sobald ich sah, daß sie sich in Positur legten , umauszufallcn, ergriff ich den Augenblick um dem Königzu schreiben : ich wiffe wohl alles was man Ihm vor-bringe , um Ihm meine Reden, Handlungen undGc-
dan-