fürchten hatte, welcher fähig wäre, auf solche Art seineReligion über einen Vortheck triumphiren zu lassen,gegen welchen gewöhnlich nichts Heiliges noch Unhei-liges aushält. — Der König faßte jene Idee auf,von welcher Er selbst vielleicht nicht sehr weit entferntwar, allein mit einer so ganz andern Gesinnung, alsdie, welche sie Ihm vortrugen, daß ich Ihm vielmehrnie zu sehr Dank dafür wissen kann.
Er ließ mich eines Morgens ins Louvre kommen,verschloß sich mit mir allein insBücherkabinet, und sag-te: „Nun, Freund, Sie haben ja recht sehr Eile ge-,,habt, die Vermahlung Ihres Sohnes zu schließen,„und ich weiß eben nicht, warum. Denn weder in„Ansehung der Verbindung, noch der Güter, noch der„Person sehe ich dabey große Vorthcile für euch! —Heinrich erinnerte sich also wahrscheinlich nicht mehr,daß ich alles nur auf Seinen ausdrücklichen Befehlgelhan hatte. „Ich habe beschlossen — fuhr Erfort, — „mich Ihrer mehr als je zu bedienen, und Sie„und Ihr ganzes Haus zu jeder Art von Gütern, Eh-„re und Hohett zu erheben; Sie müssen mir aber auch„ein wenig dabey entgegenkoMmen. Denn wenn Sie„auf Ihrer Seite nicht ebenfalls das Ihrige dazu bey-„tragen, wird es mir schwer werden, cs durchzusetzen,„ohne dem Gang meiner eignen Angelegenheiten hin«„dcrlich zu werden, und, mich noch größerm Tadel aus-„zusitzen, was sicher Ihr Wille nicht ist. — Was„ich also thun will, Sie mit mir zu verbinden, ist„dicß, daß ich Ihrem Sohn meine Tochter Vendo-„me ( 4 ) mit zweymal hunderttausend Thalern baar,„und zehntausend Thalern Pension gebe, dazu die Bc-„fehlshaberschaft in Berry, womit ich die in Bourbon-,,nois verbinden werde, sobald Frau von Angoulcme„gestorben seyn wird, nebst dem Kronguth, welches
A 5 „sie